FARBEN VON VÖGELN


Jede Vogelart hat eine andere Farbe. Der Grund für diese Farbenvielfalt sind die leichten Federschichten und das Vorhandensein einer Pigmentsubstanz in der Feder, die Kreatin genannt wird.

Eine der wichtigsten Eigenschaften mehrfarbiger Vogelfedern ist, dass sie aus bereits abgestorbenem Gewebe bestehen. Darin liegt der Grund, warum eine Feder ihre Farben behält, sogar nachdem sie ausgefallen ist. Eine vollständig entwickelte Feder ist praktisch „tot“, auch dann, wenn sie sich noch am Flügel des Vogels befindet.

Die reiche Farbenvielfalt der Vögel basiert hauptsächlich auf den Pigmenten, die während des Anfangswachstums der Federn in ihnen eingelagert wurden und auf den leichten Veränderungen, die je nach den strukturellen Merkmalen der Federn auftreten.
Da diese Bildung, die durch die Substanz Kreatin entsteht, schnell durch Umweltbedingungen abgenutzt wird, wird sie regelmäßig erneuert. Jedoch erhält der Vogel jedes Mal seine farbenprächtigen Federn zurück, weil seine Federn solange wachsen, bis sie die nötige Länge, Farbe und das Muster seiner Art wieder erreicht haben.

Aufgrund ihrer verschiedenen Strukturen können Federn ein Aussehen haben, das ähnlich dem ist, das durch ein Glasprisma entsteht, das Licht in die Spektralfarben bricht. Farben, die auf diese Weise durch Brechung von Licht entstehen, sind heller und metallischer als jene, die durch Pigmente hervorgerufen werden. Die Farben dieser Federn bewegen sich zwischen blau und grün und zwischen orange und rot. Im Allgemeinen werden die grünen, blauen und metallischen Farben von Vögeln durch Reflexion und Brechung von Licht verursacht. Die anderen Farben von Federn entstehen durch Pigmente. Marco Ferrari, Colors for Survival, Barnes and Noble Books, New York, 1992, S. 158

Es gibt bei Vögeln drei hauptsächliche Arten von Pigmenten. Dies sind die Melaninpigmente, die schwarz, braun und mattgelb hervorbringen und Lipochrompigmente, die rot, gelb oder orange verursachen und die Karotinoide. Blaue, grüne und einige andere leuchtende Farben von Vögeln entstehen durch winzige Bläschen im Kreatin der Federn, die das Licht brechen. Die Federn, die das volle Spektrum des Lichts absorbieren und nur den blauen Anteil reflektieren, sorgen für die blaue Farbe mancher Vögel. David Attenborough, The Life of Birds, Princeton University Press, New Jersey, 1998, S. 158

Auch Hormone spielen eine wichtige Rolle bei der Farbgebung von Vögeln. Der Farbunterschied zwischen den männlichen und weiblichen Mitgliedern einiger Arten wird durch Sexualhormone verursacht. Die unterschiedlichen Färbungen und Federformen von Hähnen und Hennen zum Beispiel hängen von den Östrogenen ab.

Die Farben der Vögel sind sowohl für die Anpassung der Tiere an ihren Lebensraum als auch für das Erkennen von Männchen und Weibchen, insbesondere für das Werben der Männchen um die Weibchen in der Paarungszeit wichtig. Zusätzlich erhöhen die Farbpigmente die Stabilität der Federn, speichern Sonnenenergie und verhindern, dass ultraviolette Strahlen den Körper schädigen.


Schmetterlinge

Die Bildung von Farben in den Flügeln von Schmetterlingen ist hochinteressant. Das Licht wird durch die Schuppen der Flügel des Schmetterlings reflektiert und bildet Farben, die eine außergewöhnliche Symmetrie und Schönheit zeigen. Schmetterlinge sind bekannt für die Schönheit ihrer Flügel, die im Verhältnis zum Rumpf des Tieres so viel grösser sind. Wie entstehen die spektakulären Muster und Farben in ihren Flügeln?


Eine Großaufnahme der Schuppen auf den Flügeln eines Schmetterlings.

Schmetterlinge haben ein paar transparente, membranöse Flügel. Da diese mit Schuppen bedeckt sind, ist ihre Transparenz nicht erkennbar. Die Schuppen verbessern die aerodynamischen Eigenschaften der Flügel und geben ihnen ihre Farbe. Diese Schuppen sind so empfindlich, dass sie sich lösen, sobald man sie berührt. Sie stecken mit spitzen Enden in den Flügeln des Schmetterlings. Auf diese Weise haften die Schuppen, ohne abzufallen. Jede dieser winzigen Schuppen, die sich wie Schindeln auf einem Dach überlappen, nimmt entweder durch chemische Pigmente Farben an oder durch ihre Struktur, die das Licht auf ihnen in den Farben des Regenbogens bricht. (Ranger Rick, Mai 1999)Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass verschiedene Farben von unterschiedlichen chemischen Substanzen abhängen. Durch die Nebenprodukte der Farbsubstanz Pteridin entstehen zum Beispiel die rosa, weißen und gelben Farbtöne, die man gewöhnlich bei Schmetterlingen sieht. Melanin, eine andere Farbsubstanz, kommt in den schwarzen Punkten der Flügel vor. Interessanterweise sind die Farben der Schmetterlingsflügel nicht immer das, was sie zu sein scheinen. Zum Beispiel entsteht die Farbe grünaus einer Mischung aus schwarzen und gelben Schuppen. Jüngste Forschungen, die an Schmetterlingsflügeln durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass Pigmente in den Schuppen synthetisiert werden und dass die Enzyme, die für die Produktion von Melanin nötig sind, in der oberen Haut der Schuppen liegen.


Der große indonesische Schmetterling (links) hat zwei Punkte auf seinen Flügeln, die Augen gleichen und dazu dienen, seine Feinde zu erschrecken. Dies ist für diese Schmetterlinge ein effizienter Verteidigungsmechanismus. Arten wie die Monarchschmetterlinge greifen auf andere Methoden zurück (rechts). Mit ihren schwarzgemusterten, dunkelorangefarbenen Flügeln senden sie eine Warnung an ihre Feinde, dass es sich bei ihnen um eine “schlechtschmeckende Mahlzeit“ handelt.

Farbsubstanzen sind nicht der einzige Grund für die Farben der Schmetterlinge. Die Struktur und die Anordnung der Schuppen auf den Flügeln verursachen verschiedene Lichteffekte wie Spiegelung und Brechung und schließlich die Bildung von Farben von überwältigender Schönheit. Zum Beispiel haben Stilpnotio-Salicis-Schmetterlinge halb transparente Schuppen, die Blasen enthalten. Obwohl es in diesen Schuppen keine Farbsubstanzen gibt, verleiht das Licht, das die Schuppen durchdringt, den Schmetterlingen ein seidenartiges Äußeres.

Die Oberfläche der Schuppen auf den Flügeln des Argynnisschmetterlings ist unglaublich zart, was zu silbrigen Spiegelungen führt. Bei anderen Schmetterlingen entstehen durch die unterschiedliche Anordnung von zwei sich überlappenden Schuppenreihen ebenfalls verschiedene Lichtreflexe, die den Schmetterling zum Beispiel blau anstatt schwarz oder braun aussehen lassen.

Wenn wir die Struktur von Schmetterlingsflügeln hinsichtlich ihrer Farben prüfen, treffen wir auf viele Wunder. Die Existenz einer solch außergewöhnlichen Schönheit ist zweifellos der Beweis einer erhabenen Macht und einer unendlichen künstlerischen Fähigkeit Gottes, Der all dies erschaffen hat.

Falsche Schmetterlingsaugen

Vielen Schmetterlinge haben runde dunkelfarbige Muster auf den Flügeln, die uns an die Augen eines großen Tieres erinnern. Diese Augen, die wieder aus farbigen Schuppen bestehen, verleihen den Schmetterlingen einen äußerst wirkungsvollen Schutzmechanismus. Schmetterlinge halten ihre Flügel geschlossen, wenn sie ruhen. Wenn sie einen Feind wahrnehmen oder durch eine leichte Berührung gestört werden, öffnen sich die Flügel und große, leuchtende, farbintensive, augenähnliche Punkte erscheinen. Auf diese Weise wird dem Feind ein grösseres, gefährliches Tier vorgegaukelt, was ihn in der Regel zur Flucht veranlasst.


Die Schmetterlinge auf diesem Photo tarnen sich sowohl durch ihre Farbe als auch durch ihre Muster. Die Augenmotive auf den Flügeln, die nicht einmal das Funkeln im Auge vermissen lassen, wurden von Gott erschaffen.

Die Tarnung der Schmetterlinge

Die Tarnungsfähigkeiten der Schmetterlinge sind genauso beeindruckend wie ihre falschen Augen. Es ist, als ob Schmetterlinge die Farbe des Strauches erkennen, eine Einschätzung der Umwelt vornehmen und die Farbe des Strauches imitieren. Der Schmetterling kann dies unmöglich allein leisten. Wodurch aber ist es dann möglich? Angenommen, Sie versuchen eine Farbe in einem Labor herzustellen. Wenn Sie nur wenig Wissen über dieses Thema haben, werden Sie nicht in der Lage sein, das gewünschte Ergebnis zu erreichen, wie fortgeschritten und gut ausgerüstet ihre Laborausrüstung auch sein mag. Denken Sie nun daran, zu versuchen, die Qualität der Farben der Schmetterlinge zu erreichen, die durch das Zeigen derselben Farben und Muster wie ihre Umgebung praktisch unsichtbar werden. Sie wären nicht in der Lage, nur eine einzige bedeutungsvolle Farbe zu entwickeln. Angesichts dieser Situation wäre es eine unwissenschaftliche und irrationale Behauptung, dieses effizente System der Schmetterlinge sei durch Zufall, ohne ein bewusstes Design entstanden.

Wenn es aber ein Design gibt, dann gibt es auch einen Designer. Das fehlerlose Design auf Erden gehört Gott, dem Mitfühlenden. Was Menschen mit Verstand zufällt, ist, über die Eigenschaften der Schöpfung Gottes im Detail nachzudenken. In der Sure an-Nahl bemerkt Gott wie folgt:

Und was Er euch auf Erden erschuf, verschieden an Farbe, darin ist fürwahr ein Zeichen für Leute, die sich ermahnen lassen. (Sure 16:13 – an-Nahl)


Die Farben der Schmetterlinge, auf diesen Photos sind sehr auffallend, und doch leben beide in Sicherheit, da sie harmonisch mit dem Untergrund, auf dem sie sitzen, verschmelzen.

Schwarze Punkte, die Licht absorbieren

Bei manchen Schmetterlingen gibt es auf den Teilen ihrer Flügel, die sich nahe ihrem Körper befinden, große, dunkelfarbige Punkte. Diese Punkte, die auf beiden Flügeln symmetrisch angeordnet sind, haben eine sehr wichtige Funktion. Schmetterlinge brauchen diese Punkte, um die Körpertemperatur zu erreichen, die benötigt wird, um zu fliegen. Wie machen sie dies?
Schuppen haben die Eigenschaften, je nach ihren Farben die Wärme zu einer minimalen oder maximalen Höhe zu modifizieren. Wir haben alle schon Schmetterlinge gesehen, die ihre Flügel in der Sonne öffnen und schließen, als ob sie versuchen, einen bestimmten Winkel zu finden. Die schwarzen Punkte auf ihren Flügeln helfen den Schmetterlingen, die versuchen durch diese Bewegung Sonnenlicht anzuziehen. Ein Schmetterling, der seinen Körper erwärmen muss, bringt seine Flügel in eine Position, in der das Sonnenlicht direkt auf die Punkte fällt und somit seinen Körper erwärmt. Schmetterlinge, die auf offenem Land leben und der Sonne ausgesetzt sind, haben hellere Farben, während jene, die in bewaldeten Gebieten leben, dunklere Farben haben.
Einige Arten der Lepidopteraschmetterlinge können kein Licht reflektieren, weil sie keine Schuppen auf den Flügeln haben, ihre Flügel sind somit transparent. Obwohl es unmöglich ist, diese Schmetterlinge während ihres Fluges zu sehen, ist es fast unmöglich, sie zu lokalisieren, wenn sie irgendwo landen. Dies bietet den Schmetterlingen einen perfekten Schutz.

Wie alle anderen Geschöpfe im Universum erschuf Gott auch die Schmetterlinge mit allen Details, die sie besitzen und stattete sie mit all den Systemen aus, die sie brauchen.


Die braune Farbe und die Punkte unter den Flügeln des blauen Morpho-Schmetterlings bieten eine ausgezeichnete Tarnung, um sich im Gebüsch zu verstecken.